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JOURNALISTISCHE LESEPROBEN

„Mit Emmy Noether zur Professur“, 10.7.2009, academics.de

Im aufgeräumten Büro mit breiter Fensterfront fällt der Blick auf einen in Folie verpackten Roboterarm. „Er ist noch ganz neu“, erklärt Marc Toussaint, während er ihn von seiner Schutzhaube befreit. „Bald soll er demonstrieren, wie Roboter lernen, sich intelligent zu verhalten.“ Die dabei zugrundeliegenden informationsverarbeitenden Prozesse erforscht Toussaint mit seiner Nachwuchsgruppe "Maschinelles Lernen und Robotik" an der Technischen Universität (TU) Berlin. mehr …

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„Postdoc-Wege in die Forschung“, 10.7.2009, academics.de

Etwa 24.000 Nachwuchswissenschaftler/innen schließen jährlich ihre Promotion in Deutschland ab. Nur ein kleiner Teil bleibt in Forschung und Lehre - noch immer gibt es viel zu wenige Professorenstellen an deutschen Universitäten. Das trübt die Karrierechancen des Einzelnen und erschwert eine langfristige Perspektive in der Wissenschaft.

Überdurchschnittlich qualifizierten Nachwuchswissenschaftler/innen geben umfangreiche Forschungsprogramme jedoch viele Möglichkeiten, sich bis zum Abschluss der Postdoc-Phase ein eigenes Forschungsprofil zu erarbeiten. Etappen können dabei ein Forschungsstipendium für das Arbeiten an einem eigenen Projekt im Ausland und danach die Leitung einer Nachwuchsgruppe in Deutschland sein. mehr …

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„Bilder, die sich selbst malen. Live-Performance mit pulsierenden Reagenzien“, 17.6.2008, Leipziger Volkszeitung

Farben und Substanzen fließen ineinander, werden lebendig, erzeugen Wirbel, Strömungen und pulsierende Gebilde. Zylinder, Spiralen und Wellen entstehen und sterben wieder ab. Kunst und Wissenschaft verschmelzen, wenn Volkhard Stürzbecher vor den Augen seiner Zuschauer Bilder von nie gesehener Fremdheit erzeugt, die zugleich seltsam vertraut anmuten.

Auf Einladung des Max-Planck-Instituts für Mathematik in den Naturwissenschaften wird der Künstler zum Abschluss der Langen Nacht der Wissenschaften am 28. Juni 2008 um Mitternacht auf der Bühne am Augustusplatz in Leipzig mit seiner Live-Performance „Living Planet“ ein ästhetisch und physikalisch eindrucksvolles Schauspiel der besonderen Art darbieten. Mit Petrischale, Projektor und einem riesigen Ballon kreiert er eine visuelle Reise durchs All zu einem neu entdeckten Himmelskörper. mehr …

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„Leipzig stillt nächtlichen Wissensdurst“, 17.6.2008, Leipziger Volkszeitung

Wenn Scharen von Menschen sich zu ungewöhnlicher Zeit an Orten des Wissens tummeln, dann ist es erstmals auch in Leipzig so weit: Als Auftakt des einwöchigen Wissenschaftssommers öffnen zur Langen Nacht der Wissenschaften am 28. Juni 2008 über 50 Einrichtungen aus Wissenschaft, Technik und Kultur ihre Pforten. Dann haben alle wissensdurstigen Nachtschwärmer die Möglichkeit, sich vom frühen Abend bis Mitternacht mit Neugier und all ihren Fragen hinter die Kulissen der Leipziger Wissenschaftseinrichtungen zu begeben. In Labors und Sälen blicken sie Forschern über die Schultern, experimentieren selbst und gewinnen bei Vorträgen, Ausstellungen und Filmen faszinierende und unterhaltsame Einblicke in fremdartige Welten. mehr …

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Glossen & Sachtexte

„Kabinen über den Wolken“, 20.12.2007

Kreidebleich, Herzrasen, verkrampfte Finger? Angst über den Wolken? Für betuchte Reisende in Zukunft vielleicht kein Problem mehr. Denn „das sicherste Flugzeug der Welt“ bietet nicht nur psychologisch-innenarchitektonische Konzepte gegen Flugangst, sondern auch technische Finessen für Ernstfälle in luftiger Höhe. So zumindest eines der Szenarien des „Future Airplane“-Projekts am Institut für Transportation Design der Hochschule für Bildende Künste in Braunschweig (HBK), mehr …

Wie Flugreisen in 20 bis 30 Jahren von der Buchung bis zum Auschecken funktionieren könnten, beschreibt ein Szenario-Projekt am Institut für Transportation Design der Hochschule für Bildende Künste in Braunschweig (HBK). Im „Future Airplane Project“ entwickelten und präsentierten 19 Studenten in Kooperation mit dem Flugzeugbauer Airbus Konzepte für zukünftige internationale Reisen über den Wolken. „Ein innovativer, visionärer und offener Ansatz war gefragt, der diverse Reiseszenarios in einer Zeit ab 2020 umsetzt, die den spezifischen Bedürfnissen unterschiedlicher Reisender entspricht. Schwerpunkte waren dabei beispielsweise der Passagier- und Gepäcktransport, die Gestaltung von Langstreckenflügen und die fortschreitende Globalisierung“, erklärt Mobilitätsforscher Stephan Rammler, der das Projekt als Professor betreute. mehr …

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„Mit Geduld und Spucke?“, 5.12.2007

„Jetzt wird wieder in die Hände gespuckt“: Ran an die Arbeit, heißt das wohl. „Mit Geduld und Spucke“: Dauert etwas länger, aber was lange währt, wird gut. Im Deutschen scheint Spucke irgendwas mit Schaffensprozessen zu tun zu haben … Tatsächlich auch in der Kunst. Angeblich wurden alte Höhlenmalereien mit Zutat von Spucke auf die Wände katapultiert. Diese archaische Art der Malerei galt auch Picasso als Lösung in Zeiten der Verarmung. Keine Farbe, keine Bleistifte mehr? Dann „spucke ich mir auf den Finger und bemale die Wand.“ Restauratoren hingegen kennen auch die reinigende Wirkung dieser Flüssigkeit. mehr …

„Wenn ich mir keine Ölfarbe mehr leisten kann, kaufe ich Wasserfarben. Wenn für Wasserfarben kein Geld mehr da ist, besorge ich Bleistifte. Und wenn die Bleistifte ausgehen oder man mich ins Gefängnis steckt, spucke ich mir auf den Finger und bemale die Wand“, sagte Picasso einst. Nicht nur Picassos Ausspruch bringt den menschlichen Speichel mit Gemälden in Verbindung. Da Speichel eine flüssige Substanz ist, die unter anderem Enzyme und anorganische Salze enthält, eignet er sich prinzipiell auch für die Reinigung der Oberflächen von Gemälden. Seine Komponenten fördern die Schmutzabtragung, da sie das Penetrationsvermögen erhöhen und aufgrund der Proteine eine ähnliche Wirkung wie Netzmittel besitzen. Er legt sich um die Schmutzpartikel herum, und diese lassen sich so leichter abtragen. mehr …

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„Tore auf dem Asphalt“, 17.11.2007

Der Asphalt boomt. Trotz immer wieder gescholtener Härte und Ödnis ist er Quelle und Fokus vieler Innovationen für Sport und Spiel. Nachdem Sportarten wie Basketball, Skaten und Inline-Skating sich urbane Freiräume längst zu eigen gemacht haben, sprinten, springen und klettern in jüngster Zeit moderne „Asphalt Cowboys“ im „Urban Freeflow“ über Parcours aus Mauern und Treppen und erobern so mit Extremsport den öffentlichen Raum. Es gibt jedoch auch Ideen für weniger schweißtreibende und eher gesellige Möglichkeiten des urbanen Sports und Spiels. In einer Diplomarbeit an der Hochschule für Bildende Künste in Braunschweig kommt ein traditionelles Spiel zu neuen Ehren: „Urban Croquet“ heißt die Idee von Alice Kaiserswerth mehr …

Croquet oder Krocket – ein Sport, der mit einem umfangreichen Regelwerk in Vereinen gespielt wird, den viele aber vielleicht eher als 70er-Jahre-Gartenspiel kennen: kleine Tore, die zu einem Rasen-Parcours gesteckt werden, indem natürliche Hindernisse wie Bäume, Regentonnen, Baumwurzeln, Hecken und Blumenbeete mit eingebaut werden. Mithilfe eines Schlägers muss man dann den Ball durch die Tore bugsieren. Um diesem Spiel neues Leben einzuhauchen, hat Alice Kaiserswerth in ihrer Diplomarbeit an der Hochschule für Bildende Künste in Braunschweig ein Konzept erarbeitet, das Croquet aus Gärten und Vereinen herausholt und in städtisches Umfeld integriert: „Urban Croquet“ heißt ihre in Kooperation mit der Firma Adidas gestaltete Kollektion, die das traditionelle Croquetspiel für den urbanen Raum neu interpretiert. mehr …

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„Science oder Fiction?“, 5.11.2007

Immer vorsichtig mit den Wimpern klimpern. Ein Wimpernschlag kann gefährlich sein. Ein kleines Augenhärchen könnte sich lösen und die eigene Identität preisgeben ... in einer Welt, die der Science-Fiction-Film „Gattaca“ beschreibt, einer Welt, in der nur gentechnisch perfektionierte Menschen Zugang zu Karriere haben. Der natürlich gezeugte, kurzsichtige Jerome möchte Astronaut werden und nimmt deshalb die Identität eines unfallgeschädigten Freundes mit perfekten Genen an. Eine Wimper ist's, die ihn beinahe enttarnt. Denn am Haar lässt sich die Qualität des Genmaterials problemlos ablesen. Alles nur Fiktion? Unter dem Titel „Science/Fiction“ zeigt das diesjährige Filmfest Braunschweig mehrere Filme, die jeweils von Wissenschaftlern kommentiert werden. mehr …

In der Reihe „Science/Fiction“ zeigt das 21. Internationale Filmfest Braunschweig in der Zeit vom 6. bis 11. November mehrere Science-Fiction-Filme, in denen die Ergebnisse verschiedener Wissenschaften eine tragende Rolle spielen. Im Anschluss an die Vorstellungen diskutieren Fachwissenschaftler die Filme, die jeweilige Darstellung der Sachverhalte und deren wissenschaftliche Relevanz und Hintergründe. Die cineastisch dargestellten ethischen Problemstellungen im Film „Gattaca“ wird Wolfgang Buschlinger vom Seminar für Philosophie der Technischen Universität Braunschweig kommentieren. Zielgruppen sind sowohl Schulklassen als auch alle anderen Interessierten. mehr …

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„Das Auto für Rücken und Knie“, 27.10.2007

Im Nacken zieht's beim Kopfverrenken, Kurzsichtigkeit paart sich mit Weitsichtigkeit, und die morgendlich steifen Finger wollen den Zündschlüssel nicht drehen. Oder, wie Horst Schlämmer alias Hape Kerkeling klagen würde: „Ich habe Kreislauf, Rücken und Knie". Was schon den Jungspunt ab und an ereilt, kann dem „Best Ager“ ab 60 womöglich grundsätzlich das Autofahren vermiesen. Um Autofahrern jeden Alters mehr Komfort zu bieten, haben Studenten am Institut für Transportation Design der Hochschule für Bildende Künste in Braunschweig innovative Ideen fürs Auto der Zukunft erarbeitet. mehr …

Ob „Best Ager“, „Silver Generation“ oder „Generation Gold“ – die Altersgruppe derer über Sechzig ist in der Wirtschaft heiß umworben. Auch in der Automobilbranche sind die reisefreudigen, kaufkräftigen und gar nicht greisen „neuen Alten“ eine der wichtigsten Zielgruppen – mit spezifischen Bedürfnissen. Dabei gilt es jedoch, kein „Auto für Alte“ zu konzipieren, sondern ein modernes, benutzerfreundliches, „intelligentes“ Gefährt mit durchaus dynamischem Image. Am neu gegründeten Institut für Transportation Design an der Hochschule für Bildende Künste in Braunschweig (HBK), das sich an der Schnittstelle zwischen Mobilitätsforschung, Zukunftsforschung, Konstruktion und Design etabliert hat, entwickelten Studenten im vergangenen Wintersemester Ideen für das Auto der näheren Zukunft. mehr …

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„Kein Quartier für Kunstbewohner“, 12.10.2007

Wenn's kribbelt und krabbelt im Gebälk und Löcher im Holz sich mehren, ist anobium punctatum am Werk. Gern verstecken sich die knabberfreudigen Tierchen in wohlig warmem und etwas feuchtem Ambiente. Die kunstliebenden Feinschmecker unter ihnen nagen sich vorzugsweise durch Ölgemälde und prunkvolle Rahmen auf Dachböden. Und sind sie erst einmal auf den Geschmack gekommen, können sie über Generationen hinweg mit ihren Larven namens Holzwurm kreativ ganz eigene Musterideen im Kunstwerk realisieren. Der eine oder andere mag das Schweizer-Käse-Muster der Holzraspler ehren, der restauratorische Blick hingegen hat meist eine Kammerjägerei der besonderen Art zur Folge. Als beispielsweise das Herzog Anton Ulrich-Museum in Braunschweig vor zwei Jahren das Porträt des Herzogs Ludwig Rudolph aus dem 18. Jahrhundert aus dem Welfenschatz der Marienburg in seinen Besitz brachte, wurde solches Käferwerk sofort moniert. mehr …

Hinter den Kulissen der Ausstellungssäle im Kunstmuseum stößt man in Restaurierungswerkstätten nicht nur auf womöglich noch nie gesehene Gemälde, sondern auch auf das erstaunliche Themen- und Forschungsspektrum des Restaurators selbst. Neben unabdinglichem kunsthistorischem Wissen und handwerklich-künstlerischem Geschick bringt er auch vertiefte Kenntnisse über Materialien, chemische Prozesse und naturwissenschaftlich-technische Analysemöglichkeiten mit. Manches Mal ist bei Gutachtertätigkeiten aber auch Einsicht in das Nist- und Nageverhalten von Holzwurm und Co. und in deren Bekämpfung gefragt. Ein besonders prägnantes Beispiel im Herzog Anton Ulrich-Museum in Braunschweig war der Ankauf des Porträts des Herzogs Ludwig Rudolph (1731-1735), gemalt von Johann Conrad Eichler, ein Teil der Welfenschätze aus der Marienburg, die 2005 bei einer Auktion unter den Hammer kamen. mehr …

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„Planetenberechnung per Zahnrad“, 13.9.2007

Wären die Ozeane überdimensionierte Badewannen, dann würden ungeduldige Schatzsucher wohl gerne mal den Stöpsel ziehen. Ein Spaziergang auf dem Meeresgrund durch sagenumwobene versunkene Orte mit verloren geglaubten Schätzen – das hätte schon was. Aber auch tauchend lüftet man stückweise die Geheimnisse in den Tiefen des Meeres und kommt dabei der Vergangenheit immer näher. Denn einer Zeitkapsel gleich zeugen Schiffsladungen von jener Epoche, in der sie versanken. So verrät der „Mechanismus von Antikythera“, ein bereits 1900 aus einem Schiffswrack geborgenes Artefakt aus Zahnrädern, Spektakuläres über den technischen Entwicklungsstand um 80 v. Chr. mehr …

Um das Jahr 1900 machten Taucher vor der kleinen griechischen Insel Antikythera nahe Kreta in einem Schiffswrack einen bemerkenswerten Fund aus antiken Amphoren, Statuen, Münzen und einer Holzschachtel mit Klumpen aus korrodierter Bronze, der daraufhin ins griechische Nationalmuseum in Athen kam. Zwei Jahre später entdeckte dort der Archäologe Spyridon Stais in dem Klumpen ein Zifferblatt. Freigelegt, entpuppte es sich als ein antikes, uhrwerkähnliches Artefakt aus Zahnrädern, das seither Forscher aus aller Welt in seinen Bann zog und zu vielfältigen Phantasien anregte. Aber erst in den 60er Jahren gelang es dem Wissenschaftshistoriker Derek de Solla Price von der amerikanischen Universität Yale nach einem Jahrzehnt Kleinarbeit, die vollständige Apparatur zu rekonstruieren. mehr …

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„Maßvoll in die Nanowelt“, 26.9.2007

Schon Salomo waren „zweierlei Gewicht und zweierlei Maß“ ein Gräuel. Um einerlei Maß zu wahren, existiert beispielsweise das Urkilogramm, das ein Kilogramm erst zu einem Kilogramm macht. Doch auch putzen sollte man wohl in Maßen; denn ein Quäntchen zu viel Schrubbeifer soll maßgeblich dazu beigetragen haben, das Urkilogramm in Paris zu erleichtern. Zum Glück gibt's ja aber die Physikalisch-Technische Bundesanstalt in Braunschweig, die messtechnische Prototypen und Duplikate bewahrt und außerdem daran arbeitet, ein neues putzresistentes Urkilogramm zu konzipieren. mehr …

Seit einigen Jahren gewinnt die Nanotechnologie rasant an Bedeutung. Denn die Teilchen aus der Welt des Allerkleinsten haben spezielle chemische und physikalische Eigenschaften, die man auf vielfältige Weise nutzen kann. Die magnetischen Eigenschaften von Nanoteilchen kommen beispielsweise sowohl medizintechnischen Innovationen als auch magnetischen Datenspeichermedien zugute. Hand in Hand mit der Entwicklung neuer Herstellungstechniken solcher Nanoteilchen wird auch die Messtechnik weiterentwickelt. Auch in der Physikalisch Technischen Bundesanstalt (PTB) in Braunschweig, in der die Forschung sich um die Basis alles Messens dreht, ist man den Grundlagen des Nanomagnetismus auf der Spur. Unter anderem geht es dabei um die Entwicklung eines quantitativen Messverfahrens mit einem Magnetkraftmikroskop, um magnetische Phänomene auf Längenskalen von weniger als einem Millionstel Millimeter zu analysieren. mehr …

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„Drei in einem Kabel“, 4.9.2007

Aller guten Dinge sind drei, so sagt's das Sprichwort. Auch sonst ist die magisch-mystisch-heilige Dreizahl im Wortgut sehr beliebt. Ist drei bei Pärchen fast immer einer zu viel, bleibt nur dem, der nicht bis drei zählen kann, verborgen, dass triadische Versprechungen in der Werbung umso erfolgsträchtiger sind: Dreierpack, Dreifachschutz, Drei in Eins … Auch die Telekommunikationsbranche lässt seit kurzem ein neues Zeitalter in dreifacher Spielart anbrechen: „Triple Play“ heißt der Slogan für die Bündelung dreier Dienste: Telefon, Fernsehen und Internet über einen einzigen Anschluss. mehr …

In heutigen Kommunikationsnetzen sorgen zwei unterschiedliche Übertragungsverfahren für die jeweilige technische Umsetzung ihrer Dienste – ein Kabel für Fernsehen und Hörfunk, ein anderes fürs Surfen und Telefonieren. Für das eine braucht man den digitalen Kabelempfänger mit Fernseher oder HiFi-Anlage, für das andere ein so genanntes Kabelmodem für PC, Laptop oder Telefon. Moderne Kabelnetze sollen aber zu Alleskönnern werden. Während das hauptsächliche Einsatzgebiet von Breitbandkabeln noch immer das Kabelfernsehen ist, das auch die Übertragung von Radiosendungen umfasst, übertragen sie mit neuer Technik zusätzlich auch weitere Dienste durch Anbindung ans Internet und Telefonnetz. „Triple Play“ heißt der Marketingbegriff für ein solches Rundumpaket. mehr …

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„Musealer Adel verpflichtet“, 27.8.2007

Adel verpflichtet. Aber wozu? Im gleichnamigen Brettspiel verpflichtet er dazu, sich auf Auktionen zu tummeln, um möglichst skurrile Kunstschätze aufzukaufen, damit wertvolle Sammlungen zusammenzutragen und möglichst große Ausstellungen zu veranstalten. Fast wie im richtigen Leben. Denn auch die reale Noblesse widmet sich durchaus solchen Urinstinkten des Jagens und Sammelns, indem sie sich kaufend und verkaufend auf Auktionen tummelt. Die Welfen aber hätten das Spiel wohl verloren, besonders Aufsehen erregend 2005, als viele ihrer Kunstschätze unter den Hammer kamen. Nicht nur der internationale Adel bot im Sinne des genannten Spiels fleißig mit, auch das Herzog Anton Ulrich Museum in Braunschweig besann sich seiner Herkunft. mehr …

Die Ausstellung „Welfenschätze – Gesammelt, verkauft, durch Museen bewahrt“ des Herzog Anton Ulrich-Museums in der Burg Dankwarderode in Braunschweig schließt am kommenden Sonntag ihre Pforten. Sie präsentiert und dokumentiert die Verkäufe der Welfen-Familie aus ihrem Kunstbesitz im 20. Jahrhundert. Anlass für das außergewöhnliche und kulturpolitisch bedeutsame Ausstellungsprojekt war eine Auktion, die unter großer Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit 2005 auf dem Welfenschloss Marienburg stattfand. Über das Auktionshaus Sotheby's veräußerte das Welfenhaus einen Großteil seiner verbliebenen Kunstschätze. mehr …

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„Raumplanung mit den Ohren“, 21.8.2007

Ist man auf dem Weg zum Kennelbad ob der Hitze zu mundfaul, könnte man was verpassen: Ein Braunschweiger Refugium der griechischen Nymphe Echo. Sie, die durch Bestrafung einer eifersüchtigen Frau nur noch letzte Worte nachplappern kann, scheint sich als Klangwesen unter der Eisenbahnbrücke versteinert zu haben. Wie man hinaufruft, so schallt's herunter. Unter Brücken ein durchaus interessantes Klangerlebnis, innerhalb von Räumen in der Regel ungewollt. Schon mal ein Bauwerk mit den Ohren geplant? „Auralisation“ heißt ein Verfahren, mit dem Architekten durch akustische Simulationsprogramme bereits im Planungsstadium in einen Raum hineinhören können. mehr …

Schall begegnet uns im Alltag in zahlreichen Facetten. Er ermöglicht überhaupt erst Kommunikation und musikalische Klangerlebnisse, ist aber auch verantwortlich für Lärm, Hall und Echos. In der Bauplanung falsch berechnet, kann er sich negativ insbesondere in Bauwerken und Räumen auswirken, die von ihrer Akustik leben, zum Beispiel in der Philharmonie, im Theater, in Kirchen, aber auch in Klassenräumen und auf Bahnhöfen. Bau- und raumakustische Untersuchungen können den Schall für architektonische Planungen berechenbar machen. Im Fachbereich Architektur der Technischen Universität Braunschweig bekommen Studierende über die Vorlesung „Schall und Raum“ nicht nur Einblicke in die Grundlagen der Raum- und Bauakustik bis hin zu aktueller Akustikforschung, sondern durch bauphysikalische Simulationsprogramme (CATT, BASTIAN) auch praktische Erfahrungen in bau- und raumakustischen Vorhersagen und Planungen. mehr …

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„Licht aus, PALS an“, 14.8.2007

Glühwürmchen stehen gern im Rampenlicht, kreisen werbend in tanzenden Reigen, in ihr eigenes nächtliches Spotlight getaucht. Das jedoch immer seltener – denn Dauerlicht auf Straßen, Plätzen und in Parks überstrahlt ihr Eigenleuchten, und Balzen in artfremdem Licht kommt unter Leuchtkäfern nicht so gut an. Unter der Heerschar brennender Laternen, die Strom verbrauchen, Lichtsmog verursachen und CO2 in die Luft blasen, leiden auch Umwelt und Stadtkassen. Ist Abschalten auf wenig frequentierten Wegen die Lösung? mehr …

Auf jeden zehnten Bewohner der Bundesrepublik kommt eine Straßenlaterne. Nachts brennen die acht Millionen Lichtspender in Städten fast überall – auch wenn Straßen, Plätze und Brücken menschenleer sind und nur vereinzelt von Fußgängern, Radfahrern und Kraftfahrzeugen passiert werden. Jährlich werden dabei etwa drei bis vier Milliarden Kilowattstunden Strom verbraucht und über zwei Millionen Tonnen CO2 in die Atmosphäre geblasen. Klimaschutz und kommunale Finanznöte führen mittlerweile zum Umdenken, was aber oft bedeutet, Laternen vor allem in dörflichen Regionen nachts ganz auszuschalten. Der Braunschweiger Architekt Jörg Baumeister hat nun eine Idee entwickelt, wie man Stadtbeleuchtung stromeffizient und bedarfsgerecht regeln kann. Mit seinem patentierten Verfahren PALS (Projekt Adaptives Licht System) gehen oder fahren Passanten nicht durch erleuchtete Straßen, sondern das Licht begleitet sie durch die ansonsten nächtlich dunkle Stadt. mehr …

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„Versuch's mal mit Behaglichkeit“, 9.8.2007

Gähnen ist bekanntlich ja ansteckend. Den Beweis dafür findet man allmorgendlich in Klassenräumen, wo kindliche Maulsperren sich flugs von einer Reihe in die nächste übertragen. Oft ist aber nicht Langeweile schuld daran, dass Schülerköpfe nicht nur aufgrund der Arbeit ihrer grauen Zellen qualmen. Denn zum Schneiden dicke Luft, künstliches Licht, ein hoher Geräuschpegel und viel zu hohe CO2-Werte führen zu Müdigkeit und schlechter Konzentration. Aber wie bringt man übers Stoßlüften hinaus frischen Wind ins Klassenzimmer? Versuch's mal mit Behaglichkeit, mit „thermischer Behaglichkeit“. mehr …

Viele Schulen in Deutschland sind in älteren Gebäuden untergebracht, deren technische Ausstattung mit Heizung, Kühlung, Lüftung und Belichtung weder eine effiziente noch eine umweltgerechte Energieausnutzung zulassen. Neben zum Teil überhöhten Kosten für die Schulen hat das auch Auswirkungen auf die Lernatmosphäre der Schüler. Denn in vielen Klassenzimmern herrscht dicke Luft, vor allem verursacht durch zu hohe Kohlendioxidwerte (CO2). Das führt zu Müdigkeit, Kopfschmerzen und Konzentrationsschwäche – denkbar schlechte Voraussetzungen für erfolgreiches Lehren und Lernen. Hinzu kommen oft unzureichende Wärme-, Schall- und Lichtverhältnisse im Raum. Das soeben bewilligte Forschungsprojekt GASS (Ganzheitliche Sanierung von Schulen), gefördert durch die Deutsche Bundesstiftung Umwelt, schlägt „zwei Fliegen mit einer Klappe“, indem es Energie-Effizienz mit Lernkomfort verbinden möchte. mehr …

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„Infrarotes Making-of“, 28.7.2007

Verworfene Szenen, gestrichene Passagen, stolpernde Komparsen, stotternde Schauspieler – was hinter den Kulissen so vor sich ging, begleitet die meisten Film-DVDs als Bonus-Material. Doch wer weiß schon, dass auch Museen das Making-of ihrer Gemälde beherbergen? Denn infrarot durchleuchtet, gibt des Meisters Werk seine Entstehungsgeschichte preis. Auch in der Werkstatt des Herzog Anton Ulrich-Museums in Braunschweig kann man zu Entdeckungsreisen ins Innere der Gemälde aufbrechen, in Bildschichten, die nicht für die Augen der Betrachter bestimmt waren. mehr …

Um Gemälden ihre verborgensten Geheimnisse zu entlocken, haben sich neben der kunsthistorischen Stilanalyse seit einigen Jahrzehnten naturwissenschaftlich-technische Methoden als unverzichtbarer Bestandteil der Forschung etabliert. Das Herzog Anton Ulrich-Museum in Braunschweig war vor fast 40 Jahren eines der ersten Museen weltweit, das seinen Gemälden mit Infrarotlicht auf den Grund ging. mehr …

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„Urbanes Déjà-vu“, 24.7.2007

Vom Bus auf den Marktplatz ausgespült, kann ein Reisender auf Städtetour von verwirrenden urbanen Déjà-vus ereilt werden: Denn täglich grüßt die gleiche Innenstadt – ist der Busfahrer in einer Schleife verfangen? Die Drogerie-Discounter, der Handy-Shop, der Billig-Optiker, die Fastfood-Ketten, die drei obligatorischen Fashion-Shops; und dann die austauschbaren Vorstadtsiedlungen und Gewerbeinseln … immer mehr Städte kranken an Identitätsverlust, werden gesichtslos. Mitunter geraten dabei faszinierende Bauwerke aus dem Blick – aber auch die vielen Freiräume, die das Bild und die Atmosphäre einer Stadt prägen. mehr …

Früher war eine Stadt ein klar abgrenzbares Gefüge: definiert von einer Stadtmauer, hinter der das Feld begann, das schließlich in die Wildnis mündete. Durch die zunehmende Verstädterung haben sich einstmals klare Grenzen zwischen Stadt und Land fast gänzlich verwischt. Und dennoch: Über 90 Prozent unserer Umwelt bestehen aus freiem Raum. Freiräume prägen das Bild und die Atmosphäre einer Stadt ebenso stark wie ihre Hochbauten und Museen. Im Zuge der Schrumpfungsprozesse in manchen Städten entstehen viele hybride Räume, deren Nutzung und Gestalt keinen stadtplanerischen Absichten unterliegt. Vor allem in Vororten und Randgebieten der Stadt trifft man auf eine Mixtur aus Siedlungen, Gewerbeinseln, Tankstellen und Naturreservaten. Aber auch in Innenstädten verwischt die Grenze zwischen Gebäude und Außenraum, entwickeln sich hybride Räume unabhängig von Planung. Überall dort kann Landschaft zum verbindenden Aspekt der gesamten Umwelt werden. mehr …

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„Klingone an Bord“, 21.7.2007

Ein Klingone im Föderations-Dress steht auf dem Podest vor mir, etwas schaufensterpuppenartig zwar, aber immerhin: Erstkontakt mit dieser Spezies – nicht auf dem Raumschiff USS Enterprise aus der Science Fiction-Serie „Star-Trek“, sondern auf der MS Wissenschaft, einem schwimmenden Science Center, das ab heute für drei Tage am Braunschweiger Hafen vor Anker liegt.„NuqneH“, lässt er über den Computer neben sich verlauten, was im fiktiven Klingonisch so viel heißt wie „Was willst Du?“, die speziestypische Variante von „Hallo.“ Unter dem Motto „Sprache ist mehr als Worte“ hat das Schiff aber noch ganz anderes zu bieten. mehr …

Am heutigen Samstag wird die „Stadt der Wissenschaft 2007“ vom Schiff der Wissenschaft besucht – dem Museumsschiff MS Wissenschaft 2007. Im Mittelpunkt der Ausstellung an Bord des schwimmenden Science Centers stehen die Themen Sprache und Kommunikation. Denn 2007 ist auch das Jahr der Geisteswissenschaften. Unter dem Motto „Sprache ist mehr als Worte“ hat das Netzwerk „Wissenschaft im Dialog“ vielfältige Ausstellungsstücke zusammengestellt, die zum Mitmachen, Mitforschen und Ausprobieren animieren. mehr …

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„Magnetisches Gedächtnis“, 26.6.2007

Ein wirrer Haufen von Nägelchen – nichts für den ordnungsliebenden Handwerker, der sie in Reih und Glied in seinem Kasten sehen will. Bei dieser Aschenbrödelaufgabe fliegt zwar kein Täubchen zur Hilfe. Doch plötzlich, wie von Geisterhand bewegt, kommt Leben in die kleinen Stifte aus Blei. Die einen schnellen herum, die in den hinteren Reihen brauchen noch ein Weilchen, sind dann aber, bis auf ein paar nur herumzuckende Nachzügler, auch mit dabei: beim halbkreisförmigen Synchronliegen. Dirigent dieser Darbietung: ein Magnet. mehr …

Der Arbeitsspeicher in einem Computer ist bislang so etwas wie das Kurzzeitgedächtnis im menschlichen Gehirn. Benötigte Informationen können hier auf schnellem Weg abgelegt und wieder abgerufen werden. Die in den letzten Jahren üblichen Speicherchips SRAM oder DRAM haben keinerlei Langzeitgedächtnis: Sie sind „flüchtig“. So geht beispielsweise bei jedem Ausschalten eines PCs der gesamte Inhalt des Arbeitsspeichers verloren. Beim Hochfahren müssen deshalb alle Programme und Dienste neu gestartet und wieder ins elektronische Gedächtnis (RAM) geladen werden. Bei spezifischen Anwendungen wäre eine Art Langzeitgedächtnis wünschenswert, das einen schnellstmöglichen Zugriff erlaubt. Dieses Manko können magnetische Speicherchips (MRAM=Magnetic Random Access Memory) beheben: Denn sie „merken“ sich sämtliche gespeicherten Informationen, auch wenn zwischenzeitlich die Stromzufuhr gekappt ist. Noch sind sie allerdings zu langsam, um diesen Vorteil voll entfalten zu können. Der Wissenschaftler Hans Werner Schumacher von der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt (PTB) in Braunschweig hat jedoch eine Methode entwickelt, mit deren Hilfe man die magnetischen Speicherchips künftig auf innovative Art beschleunigen kann. mehr …

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„Schlammige Zeitzeugen“, 13.6.2007

Zeitreisen – der Traum vieler Forscher. Während jene in die Zukunft im Bereich des Möglichen zu liegen scheinen, ist ein Abstecher in vergangene Zeiten real wohl unmöglich. Und man bedenke die Konsequenzen: Man kann zum eigenen Großvater werden, sich durch seine Handlungen womöglich selbst aus der Geschichte radieren … Aber zum Glück gibt's ja Zeitzeugen, deren Konsultation auch ohne eigenes Dabeisein eine Bildungsreise in die Vergangenheit erlaubt. Nicht selten findet man auch welche im Schlamm. mehr …

Auf dem „Dach der Welt“ in Tibet, hoch oben in 3.700 Metern Höhe, hat eine Gruppe von Braunschweiger Umweltgeologen 2005 ihre Zelte aufgeschlagen – auf dem größten Hochplateau der Erde, am Salzwassersee Nam Co, der fast viermal so groß wie der Bodensee ist und an dessen Südufer die über 7.000 Meter hohen Gipfel des Nyainqentanglha-Gebirges steil wie eine Wand emporragen. Im Rahmen eines DFG-Pilotprojekts arbeiten Wissenschaftler des Instituts für Umweltgeologie der TU Braunschweig dort gemeinsam mit deutschen und chinesischen Kooperationspartnern an der Rekonstruktion von Klima- und Umweltveränderungen der letzten 8.000 Jahre. mehr …

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„Sitcom-Philosophie“, 9.6.2007

Arthur: „Ich hab grad'n tolles Kompliment bekommen. Holly hat gesagt, ich wär wie Familie für sie.“ Doug: „Wow. Hat sie auch 'nen Keller?“ Wer diese Antwort nicht versteht, gehört wohl zu den wenigen, die die Kultserie „King of Queens“ trotz ihrer rekordverdächtigen Wiederholungsraten noch nie gesehen haben. Dabei ist die amerikanische Sitcom an Zuschauern gleich zweifach interessiert. Nicht nur als Fans, die den liebenswert-übergewichtigen Paketkurier Doug Heffernan, seine charmant-zickige Frau Carrie und deren penetrant-schrulligen Vater Arthur mit ihren alltäglichen Streitereien ins Herz geschlossen haben. Sondern auch als Inhalt. mehr …

Was hat die Sitcom „King of Queens“ mit der Hochschule für Bildende Künste (HBK) in Braunschweig gemeinsam? Auch die Serie betreibt Forschung am Zuschauer. Um das unter Beweis zu stellen, macht der Medienwissenschaftler Herbert Schwaab zwölf ausgesuchte Episoden dieser Sitcom zum Ausgangspunkt seines Seminars „Heffernans Welt“, das die Theorie und Philosophie populärer, audiovisueller Erzählungen behandelt. mehr …

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„Ein Fisch namens Carolowilhemina“, 5.6.2007

Wer suchet, der findet. Allerdings nicht immer das, wonach er gesucht hat. So entdeckte Columbus Amerika, als er eigentlich auf dem schnellsten Weg nach Indien wollte. Ein bisschen ähnlich ging es dem Paläontologen Peter Carls, heute emeritierter Professor an der TU Braunschweig, der im spanischen Aragon eigentlich „nur“ nach winzig kleinen Zahnfossilien suchte. Nachdem er einen dicken Kalkbrocken zunächst als Ausschuss in ein kleines Bächlein geworfen hatte, kam darin ein Fund zutage, der sich nicht nur als einziger seiner Art, sondern auch seiner Gattung erweisen sollte: das Kopfskelett eines großen Ur-Fisches, der mit keinem anderen Familienähnlichkeit hat – seit einigen Jahren bekannt als Panzerfisch namens Carolowilhelmina. mehr …

Auf der Suche nach Conodonten in Kalksteinen in der spanischen Landschaft Aragon stieß Paläontologe Peter Carls in den Siebziger Jahren zufällig auf das merkwürdig aussehende Kopfskelett eines größeren Ur-Fisches: Augäpfel von acht Zentimeter Durchmesser, schlanke Kopfform mit einer bizarr verlängerten Schnauze und einem bis dato unbekannten Sinnesorgan. Bis zur endgültigen Klassifizierung des Fundes sollte es jedoch noch zwei Jahrzehnte dauern. Dann war klar: Weltweit gab es keine Familienähnlichkeit dieses vier Meter langen Panzerfisches zu anderen Ur-Fischen. Und so nannte er die neue Gattung zu Ehren der Braunschweiger Universität und seines Faches Carolowilhelmina geognostica. mehr …

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„Good Vibrations“, 30.5.2007

„Good Vibrations“ trällerten die Beach Boys in den 60ern. Da lebten sie am Strand und besangen die Liebe. Andere Menschen dagegen können ein Lied von „Bad Vibrations“ singen: Seichtes Klirren in der Glasvitrine steigert sich zum rumpelnden Wändewackeln, die Fenster klappern, der Boden zittert – ein Erdbeben? Nein, denn es wiederholt sich in regelmäßigem Takt jahrein, jahraus. Der Elefant im Porzellanladen fährt auf Schienen, unterirdisch oder nebenan, als U-Bahn, Straßenbahn, ICE, und raubt den Anwohnern ihren Schlaf. mehr …

Ein großer Teil der Beförderung von Personen und Gütern weltweit zwischen und innerhalb von Ballungsgebieten erfolgt auf Schienen. Damit verbunden sind häufig auch störender Schall und unliebsame Erschütterungen in angrenzenden Hüusern. Dem Schutz vor solchen Erschütterungen widmet sich ein Forschungsprojekt am Institut für Angewandte Mechanik der Technische Universität Braunschweig. Dort wird ein Verfahren weiterentwickelt, mit welchem störende Schwingungen in der Interaktion zwischen Bauwerk und Boden vorherbestimmt werden können. mehr …

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„Mobiles Wohnen“, 8.5.2007

Die Campingsaison naht, und so wird man in Kürze auf Zeltplätzen wieder fluchende Familien beim Hantieren mit wackeligem Zeltgestänge, störrischen Heringen und verknäulten Innenzelten beobachten. Womöglich liegt's daran, dass sich weltweit kaum Forscher mit der jahrtausendealten Tradition des Zeltbaus befassen? mehr …

Architekturgeschichtlich findet der Zeltbau wenig Beachtung. Dabei ist das Zelt eine der ersten Behausungen von Menschenhand und wird auch heute noch vielfältig genutzt: Die Bandbreite reicht von Reisezelten über Festzelte, Sanitätszelte, Messezelte, Militärzelte und Zirkuszelte und natürlich noch immer die Wohnzelte nomadischer Völker. Als einer der weltweit raren Experten erforscht Berthold Burkhardt, Architekturprofessor und Leiter des Instituts für Tragwerksplanung der TU Braunschweig, seit etwa 30 Jahren den historischen Zeltbau in all seinen Facetten. mehr …

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„Virtuelle Fabrikation“, 23.4.2007

Chaos in der Fabrik. Kaum ist in Tatis Film „Mon Oncle“ der unbedarfte Hulot in seinem neuen Job eingenickt, da machen sich die Errungenschaften der Technik selbstständig: Orangefarbene Schläuche quellen Blasen schlagend aus der Anlage und schlängeln sich über die Gänge. Fabrikplaner müssen eben auf alle Eventualitäten gefasst sein. Ganz nach dieser Devise funktioniert im Braunschweiger Institut für Fabrikbetriebslehre und Unternehmensforschung (IFU) die Fabrik schon vor der Eröffnung, in dreidimensionaler Simulation. mehr …

Für die Planung seiner neuen oder die Modernisierung seiner alten Fabrik setzt der fortschrittliche Bauherr auf virtuelle Realität. Das erleichtert nicht nur die Koordination aller Anlagen, Maschinen und Versorgungsleitungen, sondern spart auch Zeit und Kosten. Und überdies bietet es optimale Präsentationsmöglichkeiten. Denn was könnte anschaulicher sein als die virtuelle „Begehbarkeit“ der geplanten Fabrik in all ihren Facetten? Eine solche interaktive digitale Experimentierplattform betreibt das Institut für Fabrikbetriebslehre und Unternehmensforschung (IFU) der TU Braunschweig seit Ende 2006 mit dem Virtuellen Fabrikplanungslabor (VFP-Labor). mehr …

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„Nanoauge, sei wachsam!“, 21.4.2007

Zerklüftete orangefarbene Steilwände fliegen vorüber, ragen Stalagmiten-gleich empor. Zoom. Flackernde blaue Signalgewitter. Zoom. Eine grüne Zahlenmatrix schiebt sich über schwarze Einsen und Nullen. Und plötzlich: der Blick auf ein Messmikroskop im Labor. Es ist das Labor für „Quantitative Rastersondenmikroskopie“ der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt (PTB) in Braunschweig. Wir befinden uns im Kurzfilm „Dimensionen“ von Hans U. Danzebrink, auf dem Rückflug einer visuellen Reise in die Welt des Unsichtbaren – den Nanokosmos, der sich im Computerchip verbirgt. Ungeahnt kleine Welten sind seit der Erfindung des Mikroskops erfahrbar geworden. Doch Nannos, der Zwerg der griechischen Sprachwelt, haust in noch viel kleineren Dimensionen. mehr …

Seit Beginn des letzten Jahrhunderts haben moderne Physik und moderne Kunst in der Regel eines gemeinsam: Sie sind nicht anschaulich. Ihr Thema ist das Unsichtbare, Unspürbare, Unhörbare. In der Kunst abstrakt und begrifflich erfahrbar durch Formen und Farben, in der Physik über Zahlen und Messergebnisse konstruierbar. „Es ist absolut möglich, dass jenseits der Wahrnehmung unserer Sinne ungeahnte Welten verborgen sind“, sagte Einstein. Und Paul Klee formulierte: „Kunst gibt nicht das Sichtbare wieder, sondern macht sichtbar.“ Der preisgekrönte Kurzfilm „Dimensionen“ des Wissenschaftlers Hans U. Danzebrink schlägt eine bildhafte Brücke zwischen Kunst und Physik und macht das Unsichtbare hinter den nackten Zahlen sichtbar. mehr …

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„Kryptische Quanten“, 28.3.2007

Kaum ein alter Krimi kam ohne sie aus: die schrulligen alten Damen, die immer über alles in der Nachbarschaft Bescheid wissen. Hinterm Vorhang auf der Lauer spitzten sie zugleich die Ohren, um auch ja das nächste Telefonklingeln nicht zu verpassen. Dann ran an die Muschel und genüsslich mitlauschen. Unmut aber dräute, wenn's bei den Belauschten verdächtig in der Leitung knackte. Um einiges kniffliger ist es, den lauschenden Dritten im verwanzten Büro oder und gar den Codeknacker im digitalen Datenverkehr zu entdecken. Eine Garantie für abhörsicheren Transfer geheimer Daten verspricht nun die Quantenkryptographie. mehr …

Sichere Kommunikation ist eine fundamentale Voraussetzung für Transaktionen in Banken, beim Militär, aber auch innerhalb von Konzernen. Mit dem Verfahren der Quantenkryptografie nähert sich die Forschung der Vision vom unknackbaren Code. Das Institut für Mathematische Physik der TU Braunschweig forscht auf diesem Gebiet in Kooperation mit weiteren TU-Instituten und der PTB im Rahmen des Joint Optical Metrology Center (JOMC). mehr …

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„Leuchtende Risse“, 23.3.2007

Wer kennt ihn nicht, den chaotischen Choleriker der 60er Jahre-Werbung? Irgendwas Alltägliches lief schief, und schon regte das HB-Männchen sich in unverständlichem Kauderwelsch fürchterlich auf. Sein Geduldsfaden war wohl ganz schön strapaziert, und wenn er riss, peng, ging das Kult-Männchen in die Luft. Auch bei reißenden Bauteilen könnte in Industrie und Bauwesen so einiges in die Luft gehen. Was aber bei dem wuseligen Männchen niemals vorkam: Vorher ermüden sie lange. mehr …

Vielleicht haben Sie schon einmal nervös an einer Büroklammer genestelt, bis sie plötzlich brach? Aber warum bricht der Draht erst nach 10 bis 15 Knickbewegungen? Ursache dafür ist ein Phänomen, das Materialermüdung genannt wird und Ingenieure aller Fachdisziplinen seit mehr als 150 Jahren beschäftigt. mehr …

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„Ersatz muss her!“, 19.3.2007

Einmal noch ächzte er heiser, dann versagte seine Stimme, für immer – die meines alten Brummbären aus Kleinkindertagen, vererbt aus Großmutters Zeiten. Sein struppiges Fell war an den Pfoten mit Flicken ausgebessert, das linke Auge schielte schief in andersfarbigem Glas, aus seinem Leib ragte hin und wieder ein Stroh-Wolle-Gemisch undefinierbarer Herkunft. Von Tag zu Tag liebte ich den ramponierten Burschen mehr. So liebevoll mag auch manch Fahrzeughalter seinem in die Jahre gekommenen Gefährt zugetan sein. Aber der versagende Brummton des Motors? Der löst meist ganz andere Gefühle aus. mehr …

Moderne Automobile haben ein komplexes elektronisches Innenleben. Ein Kleinwagen beherbergt gut 20, ein Wagen der Oberklasse etwa 60 Steuergeräte. Doch auch die Elektronik streikt zuweilen. Dann ist Ersatz gefragt, auch noch nach 15 bis 20 Jahren. Kein seltenes Problem dabei: Das Modul ist nicht mehr lieferbar. Denn Automobil- und Chip-Industrie haben sehr unterschiedliche Produktionszyklen. Lange Planung und ein Versprechen auf ein langes Autoleben einerseits, schnelllebige Innovationen in der Computerbranche mit ständig neuen Fertigungsprozessen andererseits. mehr …

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„Waagen im Härtetest“, 9.3.2007

„450 Gramm Thüringer Mett, bitte.“ Schwungvoll schaufelt die Verkäuferin einen Mettklops aus der Schüssel und klatscht ihn auf die Waage. Exakt 450 Gramm, nicht mehr, nicht weniger – wie die Wurst-Frau im Werbespot. Erst in der heimischen Küche stelle ich fest: Das Mett ist ungewürzt. „Die Waage zeigt, ob schwer, ob leicht, aber nicht, ob Gold, ob Silber“, besagt eine alte Spruchweisheit. Findige Ingenieure allerdings rütteln an deren Substanz. Denn die neue „intelligente“ Waage wiegt nicht nur, wie schwer, wie leicht, sondern unterscheidet auch, ob Apfel oder Birne, dereinst wohl auch, ob „Golden Delicious“ oder „Silberreinette“. Digitale Bilderkennung macht's möglich. mehr …

Kaum aus dem Mutterleib geschlüpft, zählt jedes Gramm: Ab da wird der Mensch sie nicht mehr los: die Waage. Sie ermöglicht das Kochen nach Rezepten, lässt ihn im Supermarkt Schlange stehen und beendet Modelkarrieren. Aber auch ungesehen begleitet sie ihn täglich: Wenn er nach einer Packung Tiefkühlfisch greift, die von der vollautomatisierten Fabrikwaage befüllt wurde. Wenn er in seinem Auto sitzt, das mit Wägesensoren bestückt ist. Vom kleinsten Staubkorn im Milliardstelbereich eines Gramms bis zur tonnenschweren Schiffsladung: In allen Wirtschaftszweigen wird gewogen. Um hier Verlässlichkeit zu garantieren, vergibt die Physikalisch-Technische Bundesanstalt in Braunschweig nach vollzogener Bauartprüfung das Prädikat „eichfähige Waage“. mehr …

Miriam Buchmann-Alisch